Pressemeldung der Landeshauptstadt Hannover
- 13.03.2025
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Skulptur „III-101 (Diamant II)“ in Anwesenheit des Künstlers Sanford Wurmfeld wiederaufgestellt - Ausstellung „Public Parts I“ beleuchtet Kunst im öffentlichen Raum
Die Skulptur III-101 des US-amerikanischen Künstlers Sanford Wurmfeld, die im Rahmen des „Experiment Straßenkunst“ nach Hannover gekommen ist, wurde heute, 13. März, wiederaufgestellt. Oberbürgermeister Belit Onay und Inga Samii, Fachbereichsleiterin Kultur, haben sie gemeinsam mit dem eigens dafür aus New York angereisten Künstler offiziell eingeweiht.
Der Quader, der aus einem Stahlgestell und mehrfarbigen Plexiglasscheiben besteht, hat von den Hannoveraner*innen aufgrund seiner Form und seines Materials den Namen „Diamant II“ erhalten. Das Kunstwerk ist Teil des Programms „Experiment Straßenkunst“, mit dem die Stadt Hannover auf dem Feld der Kunst im öffentlichen Raum zu Beginn der 1970er-Jahre bundesweit Bedeutung erlangte. „Diamant II“ wurde 1976 gegenüber des Alten Rathauses aufgestellt und musste 2013 aufgrund starker Beschädigungen rückgebaut werden.
Die Rekonstruktion, die in Abstimmung mit dem Künstler und nach heutigem technischen Stand erfolgte, wurde in unmittelbaren Nähe des ursprünglichen Standorts wiederaufgebaut. „Wir freuen uns, dass mit dem ‘Diamant II‘ ein bedeutsames Werk in den öffentlichen Raum zurückgekehrt ist und den Weg durch die Karmarschstraße mit seinem strahlenden Farbspektrum bereichert“, sagte Oberbürgermeister Belit Onay. „Herzlichen Dank an Sanford Wurmfeld, dass er persönlich zur Wiederaufstellung gekommen ist, und herzlich willkommen in Hannover.“ Inga Samii betonte: „Die Rückkehr dieser ikonischen Skulptur in die Kulturstadt Hannover ist ein wichtiges Signal für die Relevanz, den Erhalt und die Wertschätzung von Kunst im öffentlichen Raum.“
Die Rekonstruktion wurde ermöglicht durch zusätzliche Spenden der Sparkasse Hannover sowie von Dr. Elke Reimers.
Zum Künstler
Sanford Wurmfeld wurde 1942 in New York City geboren, wo er bis heute lebt und arbeitet. Seine Arbeiten, in denen er sich insbesondere mit Farben und Farbwahrnehmung beschäftigt, wurden seit den 1960er-Jahren international viel beachtet, eine Retrospektive zeigte 2013 in der Times Square Gallery einen umfassenden Überblick über sein Werk. Wurmfelds Beziehung zu Hannover war besonders – er pflegte mit dem Initiator des „Experiment Straßenkunst“, Mike Gehrke, einen engen Kontakt.
Hintergrund zur Historie des „Diamant II“
Im Rahmen des „Experiment Straßenkunst“ hat die Landeshauptstadt Hannover in der Zeit von 1970 bis 1973 für den öffentlichen Raum 27 Kunstwerke angekauft. Eine dieser Skulpturen war die Arbeit 1205 (Bezeichnung von SW: III-02) des US-amerikanischen Künstler Sanford Wurmfeld, die am 25. Oktober 1971 am Aegidientorplatz im Beisein des Künstlers aufgestellt wurde. Die Hannoveraner*innen benannten die Skulptur – ein mehrkantiger Quader, der aus einem Eisengestell und mehrfarbigen Plexiglasscheiben besteht – schnell in Diamant um. Der Diamant war ein Motiv der Postkartenserie, die die Stadt Hannover anlässlich des Experiments Straßenkunst veröffentlich hat.
1973 wurde die Skulptur bei einem starken Unwetter so stark beschädigt, dass sie abgebaut werden musste – obwohl der Künstler bei der Konstruktion die Wetterbedingungen mitbedacht hatte. Nach dem Unwetter hat Sanford Wurmfeld der Stadt Hannover großzügig eine ähnliche Skulptur zur Aufstellung angeboten (Bezeichnung von SW: III-01), die am 28. Juni 1976 vor der Sparkassenfiliale an der Karmarschstraße aufgestellt worden ist und ebenfalls den Titel Diamant trug. Die Skulptur wurde damals durch ein erhöhtes Blumenbeet und eine Sitzgelegenheit für Passant*innen gerahmt. 2013/2014 haben die Landeshauptstadt Hannover und der Künstler gemeinsam entschieden, die Skulptur abzubauen, da sie zu stark beschädigt und beschmutzt war, und aus neuen Materialien zu rekonstruieren.
Ausstellung „Public Parts I“ im KUBUS
Parallel zur Wiederaufstellung wird am Freitag, 14. März, um 19 Uhr in der Städtischen Galerie KUBUS eine Ausstellung zu den historischen und aktuellen Kontexten der Kunst im öffentlichen Raum in Hannover eröffnet. Ausgangspunkt der Ausstellung „Public Parts I“ ist das Experiment Straßenkunst. Eine Präsentation von Archivalien aus dem Stadtarchiv Hannover eröffnet einen Einblick in die Zeit um 1970. Die Reihe „Public Parts“ widmet sich dem städtischen öffentlichen Raum und der Kunst darin mit Blicken zurück und nach vorn. Dies geschieht im Sinne einer Verbindung von historischen Positionen aus den 1970er-Jahren mit der Frage danach, wem der öffentliche Raum heute gehört. Wie und von wem wurde er gestaltet? Welche Blickwinkel und welche Akteur*innen machen diesen Raum in Hannover lebendig?
Die Künstlerinnen Julia Lübbecke und Sabine Müller erweitern in der Ausstellung im KUBUS die historische Perspektive in die Gegenwart und zeigen Neuproduktionen, die für „Public Parts I“ entstanden sind. Ausgehend von ihren künstlerischen Recherchen in Archiven entwickeln sie für die Ausstellung Installationen, die sich mit den künstlerischen, kulturpolitischen und aktivistischen Kontexten der 1970er-Jahre in Hannover auseinandersetzen.
Die Ausstellung wurde kuratiert von Nora Brünger in Zusammenarbeit mit Leona Koldehoff und in Kooperation mit dem Stadtarchiv Hannover und der Städtischen Galerie KUBUS.
Termine
Sonntag, 16. März 2025, 15.30 Uhr
Künstlergespräch mit Sanford Wurmfeld und Carina Plath im KUBUS EGMittwoch, 26. März 2025, 17 Uhr
Archivführung zum Thema Straßenkunst bzw. Kunst und Kultur ab den 1960er-Jahren in Hannover – im Stadtarchiv, Am Bokelmahle 14-16 (Anmeldung: stadtarchiv@hannover-stadt.de)Termin wird noch bekanntgegeben.: Vortrag von Vanessa Erstmann zum Experiment Straßenkunst und zum städtischen Kontext in den 1970er-Jahren in Hannover
Sonntag, 13. April 2025, 12 Uhr
Künstlerinnengespräch mit Julia Lübbecke und Sabine Müller – im KUBUS EGsonnTALK: an den Sonntagen 16., 23. und 30. März sowie 6. April, jeweils um 15 Uhr – im KUBUS
An den Wochenenden finden weitere Veranstaltungen wie ein Gespräch mit den Künstlerinnen Julia Lübbecke und Sabine Müller sowie Vorträge von Expert*innen statt. Das ausführliche Programm zur Ausstellung und die Uhrzeiten gibt es unter hannover.de/kubus sowie instagram.com/staedtische_galerie_kubus.