Pressemeldung der Landeshauptstadt Hannover
- 20.11.2025
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Pilotprojekt: Wasserbüffel weiden im Stadtgebiet
Robuste Riesen übernehmen Pflege eines historischen Landschaftsraumes
Es ist ein bislang einzigartiges Projekt: Die Landeshauptstadt Hannover wird im Frühjahr erstmals Wasserbüffel zur Pflege eines innerstädtischen Landschaftsschutzgebietes einsetzen. Die robusten Tiere sollen für mehr Artenvielfalt sorgen und eine wertvolle Auenlandschaft zwischen Westschnellweg und den Herrenhäuser Gärten ökologisch weiterentwickeln. Die vorbereitenden Arbeiten dafür haben begonnen.
Das rund 15 Hektar große Areal in Herrenhausen – eingerahmt von Ernst-August-Kanal und Leine – gehört zu den wohl landschaftlich idyllischsten Gebieten der Stadt. Wo früher königliche Pferde weideten, soll künftig eine besondere Form der Landschaftspflege stattfinden: Eine Herde von voraussichtlich sechs bis acht Wasserbüffeln wird dort ab April leben, betreut von einem erfahrenen Tierhalter.
Wasserbüffel sind weltweit als „Landschaftspfleger auf vier Beinen“ bekannt. Sie halten Feuchtflächen offen, fressen Gehölz- und Schilfaufwuchs zurück und schaffen durch Trittspuren und Suhlen eine Strukturvielfalt, die vielen Arten zugutekommt. Offene Bodenstellen, kleine Wasserzonen und lückige Vegetation bieten vor allem Amphibien, Insekten und für bodenbrütende Vögel ideale Bedingungen. Weil die Tiere auch in sumpfigem Gelände problemlos unterwegs sind, entstehen Mikrohabitate, die herkömmliche Weidetiere nicht erreichen. Ihre hohe Toleranz gegenüber Hitze und Nässe macht sie zu idealen Partnern für naturnahe Pflege im Klimawandel.
Damit sich das Gebiet optimal entwickeln kann, werden derzeit Senken vertieft, die sich über den Winter mit Wasser füllen sollen. Vom Weg zwischen Kanal und Weide aus können Radfahrer, Spaziergänger und Jogger die Landschaft genießen und die Tiere beobachten. Ein Elektrozaun sorgt für eine sichere Trennung zu den Tieren und verhindert unbefugtes Betreten. Viele Bürger*innen hatten sich einen besseren Schutz des Gebiets gewünscht, nun wird er auf naturnahe Weise umgesetzt.
Der planende Fachbereich Umwelt und Stadtgrün arbeitet eng mit dem Züchter zusammen, um den Start der Beweidung sorgfältig vorzubereiten. Im April wird es dann spannend, wenn die Wasserbüffel auf die Große Koppel ziehen. Dann soll das Gebiet naturnaher, lebendiger und artenreicher werden als je zuvor.
Das Areal, auch als "Große Koppel" bekannt, das im Süden durch die Wehranlage, im Westen und Norden durch die Leine und im Osten durch einen Weg entlang des Ernst-August-Kanals begrenzt wird, liegt im Landschaftsschutzgebiet „Mittlere Leine“ und unterliegt als FFH-Gebiet (FFH = Fauna-Flora-Habitat) einem besonderen Schutz.
Bei dem angefügten Foto handelt es sich um ein Beispielfoto solcher Wasserbüffel, aufgenommen in einer anderen Stadt mit einem ähnlichen Projekt. Es befinden sich jetzt noch keine Tiere dort.
Foto: Landeshauptstadt Hannover
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