Pressemeldung der Landeshauptstadt Hannover
- 26.01.2026
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Grüne Oasen mit Zukunft: Stadt stellt Kleingartenentwicklungskonzept KEK26+ für die nächsten zehn Jahre vor
Kleingärten sind in Hannover weit mehr als Orte zum Gärtnern. Sie sind grüne Rückzugsräume, Treffpunkte für Nachbar*innen, Lernorte für Kinder und ein wichtiger Baustein für das Stadtklima. Mit dem neuen Kleingartenentwicklungskonzept (KEK26+) legt die Landeshauptstadt nun einen verbindlichen Rahmen vor, wie diese besonderen Orte in den kommenden zehn Jahren gesichert und behutsam weiterentwickelt werden sollen.
Anlass für das neue Konzept ist das Auslaufen des bisherigen Konzepts zum Ende vergangenen Jahres. Gleichzeitig haben sich die Rahmenbedingungen spürbar verändert. Der Klimawandel stellt neue Anforderungen an Grünflächen, während der Druck auf verfügbare Flächen – insbesondere durch den dringend benötigten Wohnungsbau – weiter zunimmt. „Nach dem erfolgreichen Abschluss des Kleingartenkonzepts 2016–2025 hat die Verwaltung mit dem KEK26+ ein Anschlusskonzept vorgelegt, das den Bestand absichert und klare Leitlinien für eine zukunftsfähige Weiterentwicklung des Kleingartenwesens setzt“, erklärt Anja Ritschel, Dezernentin für Wirtschaft und Umwelt.
Zentrales Ziel des KEK ist die langfristige Sicherung der bestehenden Kleingartenflächen. Gleichzeitig schafft das Konzept Transparenz darüber, wie mit unvermeidbaren Flächeninanspruchnahmen umgegangen wird. Vorgesehen sind eine verbindliche Steuerung solcher Eingriffe, klare Regelungen zur Bereitstellung von Ersatzgärten sowie Entschädigungen für betroffene Pächter*innen. Darüber hinaus stärkt das KEK gezielt die ökologische, soziale und stadtklimatische Funktion der Kleingärten. Gerade vor dem Hintergrund dichter werdender Wohnquartiere leisten sie einen wichtigen Beitrag zum sozialen Ausgleich und zur Lebensqualität in der Stadt.
Die Bedeutung der Kleingärten zeigt sich auch in ihrem Umfang. In Hannover gibt es rund 19.500 Parzellen auf einer Fläche von etwa 1.043 Hektar. Damit machen sie rund 11,3 Prozent der öffentlichen Grünflächen und etwa 5,1 Prozent der gesamten Stadtfläche aus. Ökologisch erfüllen sie eine Schlüsselrolle: Als Kaltluftentstehungsgebiete tragen sie zur Frischluftversorgung bei, halten Regenwasser zurück, schützen Böden und bieten Lebensraum für eine hohe Biodiversität. Gleichzeitig wirken Gartenböden als Kohlenstoffspeicher und unterstützen damit den Klimaschutz.
Neben diesen ökologischen Funktionen sind Kleingärten wichtige soziale Orte. Sie bieten wohnungsnahe Erholung, fördern Integration und Inklusion und sind bedeutende Lernorte für Umwelt- und Naturbildung. Für viele Menschen, insbesondere in dicht bebauten Stadtteilen, stellen sie einen Ausgleich zu beengten Wohnverhältnissen dar.
Ein weiterer Schwerpunkt des Kleingartenentwicklungskonzepts liegt auf der Schaffung neuer Parzellen auf stadteigenen Flächen. Vorgesehen sind unter anderem die Teilung sehr großer Gärten mit mehr als 500 Quadratmetern, die Umwandlung bislang ungenutzter Flächen in Pachtflächen sowie die Überführung von Grabelandparzellen in reguläre Kleingärten. Insgesamt besteht im Stadtgebiet ein Potenzial von rund 1.400 zusätzlichen Parzellen.
Gleichzeitig benennt das KEK auch Standorte, an denen Umnutzungen notwendig sind. An vier Flächen sollen Kleingartenareale aus dem bisherigen Bestand herausgelöst werden. Davon betroffen sind rund 29 Hektar beziehungsweise etwa 650 Parzellen. Verbindlich geregelt ist dabei, dass Ersatzgärten vor der Inanspruchnahme bereitgestellt werden und betroffene Pächter*innen eine angemessene Entschädigung erhalten. „Gerade bei diesen sensiblen Prozessen ist Verlässlichkeit entscheidend“, betont Ritschel. „Das Konzept schafft dafür klare und faire Regeln.“
Die Umsetzung des Kleingartenentwicklungskonzepts ist mit Kosten von rund 21,1 Millionen Euro verbunden. Die Nutzung geeigneter Förderprogramme ist vorgesehen und wird im weiteren Verlauf geprüft. Kosten, die durch konkrete Inanspruchnahmen entstehen, sind nicht Bestandteil des KEK und werden jeweils im Rahmen der einzelnen Projektplanungen ermittelt.
Erarbeitet wurde das Konzept in enger Zusammenarbeit zwischen dem städtischen Fachbereich Umwelt und Stadtgrün und dem Bezirksverband Hannover der Kleingärtner e.V., der als wichtiger Vermittler zwischen Verwaltung und den Kleingartenvereinen fungiert. Auch die wachsenden Herausforderungen im Ehrenamt wurden dabei deutlich. Reinhard Martinsen, Präsident des Bezirksverbands, unterstreicht: „Für den Bezirksverband und die angeschlossenen Vereine ist das Konzept eine wichtige Grundlage, weil es Planungssicherheit für die kommenden zehn Jahre bietet.“ Entscheidend sei nun, „dass die vorgesehenen Maßnahmen auch konsequent umgesetzt und die Belange der Kleingärtnerinnen und Kleingärtner dabei weiterhin ernst genommen werden“.

