Pressemeldung der Landeshauptstadt Hannover
- 10.04.2026
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- Schadstoff-Messungen
Stadtteilzentrum Ricklingen öffnet wieder am 13. April
- Ergebnisse der jüngsten PCB-Kontrollen liegen vor
- Die Gastronomie empfängt Gäste wieder ab dem 19. April
- Bürgeramt vorläufig mit eingeschränktem Service
Weitgehende Entwarnung für das Stadteilzentrum Ricklingen: Nachdem die Landeshauptstadt Hannover weitere Schadstoff-Messungen aufgrund überhöhter PCB-Werte in dem Gebäude veranlasst hatte, gibt sie den zwischenzeitlich geschlossenen Komplex größtenteils wieder frei.
Die Untersuchungen haben ergeben, dass nur einzelne Räume eine erhöhte Belastung mit PCB (polychlorierte Biphenyle) aufweisen. Die Publikumsbereiche und Säle sind nicht belastet und können ab dem 13. April wieder genutzt werden. Die Gastronomie im Hause öffnet wieder am 19. April. Die jüngsten Messungen belegen die Einschätzung der Stadt, dass Besucher*innen zu keinem Zeitpunkt gefährdet waren – auch nicht im Veranstaltungsbereich.
Wie ist die Lage in den Sälen, in der Bibliothek und in der Stadtteilkultur?
Messungen vom 26. März haben ergeben, dass Säle und Bibliothek bedenkenlos genutzt werden können. Die Belastung lag hier bei 50 bis 160 Nanogramm PCB pro Kubikmeter Luft. Das sind Werte, die deutlich unterhalb des vom Umweltbundesamt empfohlenen Richtwertes von 800 Nanogramm sowie des gesetzlichen Grenzwertes von 3000 Nanogramm liegen.Die Stadtteilkultur arbeitet mit Einschränkungen, weil die Büros in einen Seminarraum verlegt werden mussten. Die meisten Angebote konnten innerhalb des Hauses verlegt werden und finden statt. Es gibt lediglich vereinzelte Absagen. Die Bibliothek wird ohne Einschränkungen wieder zur Verfügung stehen.
Welchen Service bietet jetzt das Bürgeramt?
Geschlossen bleiben im Stadtteilzentrum vorerst drei Räume, die bisher das Bürgeramt belegt hat. Hier waren bei ersten Messungen Werte von 760 bis 929 Nanogramm PCB pro Kubikmeter Raumluft festgestellt worden.
Das Bürgeramt wird ein eingeschränktes Angebot an anderer Stelle im Stadtteilzentrum zur Verfügung stellen. Es umfasst folgende Dienstleistungen:
- Meldeangelegenheiten;
- Ausstellung und Beantragung von Ausweisdokumenten. Abzuholen sind fertige Dokumente allerdings weiterhin im Bürgeramt Aegi;
- Beantragung von Führungszeugnissen und Auszügen aus dem Gewerbezentralregister;
- Ausstellung von Schwerbehindertenparkausweisen;
- Verkauf von Schwerbehinderten-WC-Schlüsseln.
Dieses Angebot richtet sich in erster Linie an Personen mit Mobilitätseinschränkungen. Die Stadt empfiehlt Bürger*innen ohne solche Einschränkungen, weiterhin auf die anderen Bürgerämter der Landeshauptstadt Hannover auszuweichen.
Wie sind die Ergebnisse für die Gastronomie ausgefallen?
Eine nur geringfügige Überschreitung des vom Umweltbundesamt empfohlenen Richtwertes ergaben die Messungen in den gastronomisch genutzten Räumen des Stadtteilzentrums. Der Pächter und das Gebäudemanagement der Stadt sind sich einig, dass diese leichte Belastung mit Sofortmaßnahmen deutlich reduziert werden kann. So wird der Pächter die Lüftungsintervalle kurzfristig anpassen – die baulichen Gegebenheiten lassen das zu. Außerdem werden die Gastronomieräume noch intensiver gereinigt als bisher. So steht der geplanten Wiedereröffnung am 19. April nichts im Wege.
Wie geht es weiter?
Ziel der Landeshauptstadt ist es, dauerhaft die PCB-Belastung im gesamten Stadtteilzentrum auf deutlich unterhalb von 800 Nanogramm zu reduzieren. Das wäre auch die Voraussetzung dafür, dass das Bürgeramt wieder in seine bisherigen Räume zurückkehren kann. Das städtische Gebäudemanagement und der betriebliche Gesundheitsschutz der Stadt leiten die dazu notwendigen Schritte ein: Auch im Bürgeramt soll die Lüftung deutlich verbessert werden. Außerdem sind weitere intensive Reinigungsarbeiten notwendig. Zu den Vorsorgemaßnahmen, die die Stadtverwaltung trifft, gehört ein Schadstoff-Monitoring. Fachleute sollen regelmäßige Kontroll-Messungen im gesamten Komplex vornehmen. Wann das Bürgeramt seine angestammten Räume wieder nutzen kann, ist derzeit noch nicht absehbar.
Wie ist das Risiko zu bewerten?
Die Stadt betont, dass Besucher*innen und Mitarbeitende zu keinem Zeitpunkt gefährdet waren. Der Grund: Die von der Stadt beauftragten Gutachter haben festgestellt, dass in keinem der PCB-belasteten Räume der vom Land Niedersachsen vorgegebene Interventionswert von 3000 Nanogramm PCB je Kubikmeter Raumluft überschritten wurde. Lediglich der deutlich niedrigere Richtwert des Umweltbundesamtes von 800 Nanogramm wurde bei einigen Messungen leicht überschritten. Ein solcher Wert gilt als möglicherweise gesundheitsgefährdend – für Menschen, die sich dauerhaft über viele Jahre in derart belasteten Räumen aufhalten. Eine kurzzeitige Überschreitung bedeutet daher keine Gesundheitsgefahr, dient jedoch als Signal, um Verbesserungen einzuleiten.Die PCB-Belastung im Stadtteilzentrum Ricklingen geht nach Einschätzung von Fachleuten von der Gebäudefassade aus. Nachdem Gutachter bei ersten routinemäßigen Messungen leicht überhöhte Werte in einigen Räumen festgestellt hatten, schloss die Stadt am 20. März vorsorglich das gesamte Zentrum und veranlasste weitere Kontrollen. Die jetzt vorliegenden Ergebnisse geben Handlungssicherheit. Insofern sieht sich die Stadt in ihrer Vorgehensweise bestätigt.
Was sind PCB?
Bei PCB (polychlorierte Biphenyle) handelt es sich um langlebige chlorierte Kohlenwasserstoffe, die über Jahrzehnte als Industriechemikalien verwendet wurde. Auch in Baumaterialen kamen sie zum Einsatz. Herstellung und Einsatz sind in Deutschland seit 1989 verboten, da PCB als krebserregend gilt.

