Pressemeldung der Landeshauptstadt Hannover
- 29.04.2026
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75 Jahre 1. Bundesgartenschau - Stadtpark war Wegweiser für eine grüne Zukunft
Am 28.April 1951 herrschte große Aufregung in Hannover: Bundespräsident Theodor Heuss kam in die Stadt, denn seine Frau Elly Heuss-Knapp war Schirmherrin der 1. Bundesdeutschen Gartenschau und beide waren zur Eröffnung dabei.
Hannover war sechs Jahre nach dem Ende des 2. Weltkrieges noch stark zerstört und auch die folgenden Jahre mussten noch ganz dem Wiederaufbau gewidmet werden. Die Menschen sehnten sich nach Abwechslung, nach "Buntheit", Schönheit, Natur und nach neuen Inspirationen.
Auf 21 Hektar mit insgesamt 12 Hallenschauen begeisterte der Stadtpark auf beiden Seiten der Clausewitzstraße die Besucher*innen: mit Freilandschauen, Mustergärten, Informationen zu Natur- und Vogelschutz, Gastronomie und den heute noch erhaltenen Partien von Stauden-, Wasser und Rosengarten.
Mit dieser 1. Bundesgartenschau hat Hannover einen Grundstein gelegt für die Entwicklungen und die Beachtung des Wirtschaftsfaktors Gartenbau in Deutschland. Sie wurde Vorbild für nachfolgende Gartenschauen und zeigte, wie städtische Entwicklungen durch attraktive Grünflächen befördert werden.
Heute, 75 Jahre später, ist der Stadtpark in seinem Kernbereich mit rund sechs Hektar Fläche ein historisches Kleinod, ein Gartendenkmal ersten Ranges und immer noch ein bedeutendes Schmuckstück Hannovers über 700-jähriger Gartenkultur.
Dieses besondere Jubiläum ist Anlass, auf die Geschichte des Stadtparks zurückzublicken und zugleich den Blick nach vorn zu richten. Im Jubiläumsjahr erwartet die Besucher*innen ein vielfältiges Programm aus Kultur, Musik, Mitmachaktionen, Führungen und Veranstaltungen für Jung und Alt. Der Stadtpark wird dabei Bühne für Erinnerungen, neue Eindrücke und gemeinsame Erlebnisse im Freien.
Auf der Seite www.hannover.de/stadtpark-jubiläum sind alle Informationen rund um das 75-jährige Jubiläum zu finden.
Anhang: Jubiläumsprogramm
Historisches zum Hintergrund:
Bereits 1947 keimte in Hannover die Idee auf, eine Gartenschau zu organisieren und dem deutschen Gartenbau eine Plattform zu bieten, sich zu präsentieren. Aber erst im Januar 1950 konnte mit der Gründung des Vereins zur Förderung der Gartenkultur e.V. die Durchführung begonnen werden. Ein Wettbewerb im Sommer zuvor hatte keine befriedigende Lösung erbracht, so dass das städtische Gartenamt unter Gartenbaudirektor Hans-Herbert Westphal eigenständig die Gesamtleitung übernahm. Ein künstlerischer Beirat erarbeitete mit einer Reihe Garten- und Landschaftsarchitekten die endgültige Planung. Positiv war die Nähe zu den bestehenden Ausstellungshallen und den dort stattfindenden Messen und auch die Verkehrsanbindungen waren ausgezeichnet. Die Stadthalle sollte wiederaufgebaut und mit einem entsprechenden Rahmen versehen werden, wobei zu berücksichtigen war, den bestehenden Stadthallengarten und sein großes Wasserbassin zu erhalten.
In der Ausdehnung der Gartenschau von 1933 wurde sowohl im westlichen als auch östlichen Gelände große zentrale Wiesenbereiche angelegt, um die sich die Mustergärten und Freilandschauen gruppierten. Im temporären Ausstellungsbereich, auf dem heute das Sport-Leistungszentrum liegt, zeigten Baumschulen, Dahlienzüchter, der Gemüsebau, Friedhofs- und Zierpflanzengärtnereien ihr Können und bewährte sowie neue Pflanzensortimente. Mustergärten entstanden, wie der Bienengarten, ein Bauerngarten, eine Siedlerstelle, Kleingärten, ein Gartenhof aber auch eine Heidepartie, ein Schulgarten der Spielplatz oder ein Heil- und Gewürzgarten.
Im Hauptteil an der Stadthalle lagen die auch für einen späteren Erhalt geplanten Anlagen der Teichachse mit angrenzendem Rosencafé, des Rosengartens mit Pavillon und Pergola und der langgestreckten Staudenpartie. Die im Krieg neutral gebliebene Schweiz und Schweden beteiligten sich mit je einem Garten; die Partie um den Schweizerpavillon zeugt noch heute von dieser versöhnenden Geste. Diesem Garten gegenüber lag ein deutscher Hausgarten, an den sich die beliebte Milchbar mit Liegebereich und Schattenstauden anschloss. Ein Iris- und Liliengarten, eine Moorpflanzenpartie und ein Brunnenhof sowie Tropenhaus begleitet von verschiedenen Hallenausstellungen rundete die Schau ab.
Beeindruckend ist noch heute die vorausschauende Planung und die Qualität der Details durch das Gartenbauamt zusammen mit Planern wie Wilhelm Hübotter oder Karl Plomin. Der Wassergarten mit den heute mächtigen Sumpfzypressen, die üppige Staudenpartie mit den gekonnte gesetzten Säuleneiben und Nestfichten, der eine kleine Rasenfläche rahmende Rosengarten mit seinen kleinen Terrassen und die heute zu hohen Kulissen gewachsenen Eichen, Platanen, Kastanien, Tulpenbaum oder Flügelnuss beeindrucken noch heute.
Anhänge
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Jubiläumsprogramm

