Pressemeldung der Landeshauptstadt Hannover
- 16.06.2026
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Hannover hat Zeichen gesetzt – 40 Jahre Gleichstellung
Das „Referat für Gleichstellungsfragen – Frauenbüro“ startete im Juni 1986: Mit dieser Einrichtung hat die Landeshauptstadt Hannover Zeichen gesetzt. In Niedersachsen war das hannoversche Frauenbüro zu diesem Zeitpunkt einzigartig. Das Referat für Frauen und Gleichstellung – wie es heute heißt – feiert 40-jähriges Bestehen und damit vier Jahrzehnte erfolgreicher Gleichstellungspolitik.
Am 2. Juni 1986 startete Dr. Ursula Müller (1986-1998), die erste Frauenbeauftragte Hannovers, im damaligen Frauenbüro – Referat für Gleichstellungsfragen. Nur wenige Städte in Deutschland hatten damals eine solche Einrichtung. Zu Beginn stand vor allem das Sichtbarmachen der Ungleichheit von Frauen im Blickpunkt der Arbeit. Bald darauf wurde in den 1990er-Jahren die Entwicklung von Richtlinien und Regelungen für die Förderung von Frauen und Gleichberechtigung zum Schwerpunkt. Darauf folgte die Phase, in der es darum ging, Gleichstellungspolitik als Gemeinschaftsaufgabe in allen Bereichen der Verwaltung zu implementieren.
Dieses sogenannte „Gender Mainstreaming“ hat die damalige Gleichstellungsbeauftragte Dr. Brigitte Vollmer-Schubert (1998-2013) in der Stadtverwaltung maßgeblich mit angestoßen. Mittlerweile werden in der Landeshauptstadt Hannover dezernatsübergreifende Instrumente und Maßnahmen für die Gleichstellung von Frauen und Männern angewandt.
Friederike Kämpfe hat sich 2013 bis 2023 besonders um die strukturellen Voraussetzungen für gute Gleichstellungarbeit gekümmert sowie um die Bekämpfung von sexueller Belästigung am Arbeitsplatz. Die durch sie eingeführte geschlechtsneutrale Verwaltungssprache wurde bundesweit sehr beachtet. Die aktuelle Amtsinhaberin Luisa Arndt entwickelt die vorhandenen Instrumente und Maßnahmen weiter und greift dabei zurück auf ein bundesweites Netzwerk.
„Die Gleichstellungsbeauftragten kämpften und kämpfen für nichts weniger als die Durchsetzung der Gleichstellung der Hälfte der Bevölkerung. Der Grundsatz ‚Männer und Frauen sind gleichberechtigt‘ steht zwar seit 1949 im Grundgesetz, ist aber immer noch lange nicht umgesetzt. In den vergangenen 40 Jahren gingen von den hannoverschen Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten viele Impulse aus, um auf die Beseitigung bestehender Nachteile hinzuwirken“, sagte Oberbürgermeister Belit Onay bei einer kleinen Feierstunde an diesem Montag (15. Juni). Er betonte: „Sie haben dabei auch niedersachsen- und bundesweit Akzente gesetzt. Ein herausragendes Beispiel dafür ist das ‚Hannoversche InterventionsProgramm‘ gegen (Männer)Gewalt in der Familie.“ Es sei aber falsch anzunehmen, in Gleichstellungsfragen sei alles erreicht und Gleichstellungsbeauftragte seien heute nicht mehr erforderlich. „Nur mit kontinuierlicher Arbeit schaffen wir es, die Rechte für Frauen und Gleichstellung zu sichern“, so Onay.
Hannovers aktuelle Gleichstellungsbeauftrage Luisa Arndt ergänzte: „Gleichstellungsarbeit ist demokratische Infrastruktur und sollte als solche geschützt werden. Denn leider erleben wir zunehmend antifeministische Angriffe, die den Nutzen und die Daseinsberechtigung von Gleichstellungsbeauftragten in Frage stellen. Schwierig ist daran, dass diese Form von Antifeminismus recht wirkmächtig ist. Besonders gefährlich werden diese zersetzenden Positionen vor allem dann, wenn sie nicht mehr nur von Rechtsaußen kommen, sondern wenn ihre Deutungsmuster übernommen werden. Ja, wir haben schon viel erreicht – auch dank der hervorragenden Arbeit meiner Vorgängerinnen. Aber nein: Es reicht leider noch nicht.“
Beispiele für wichtige Projekte des Referats für Frauen und Gleichstellung der Landeshauptstadt waren und sind neben dem „HAnnoverschen InterventionsProgramm“ (HAIP) gegen (Männer)Gewalt in der Familie: die Einrichtung des Frauen*nachttaxis in Kooperation mit der üstra, die Einführung des Stadt Hannover Preises, mit dem herausragende unternehmerische Aktivitäten von Frauen gewürdigt werden, die Implementierung der Gleichstellungspläne als Instrument der Personalentwicklung sowie die Einführung der geschlechtergerechten Verwaltungssprache.

