Pressemeldung der Landeshauptstadt Hannover
- 19.06.2026
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- Deutschlands höchstdotierter Lyrikpreis
Hölty-Preis geht an Jayne-Ann Igel
Der zum zehnten Mal verliehene „Hölty-Preis für Lyrik der Landeshauptstadt und der Sparkasse Hannover“ geht 2026 an die 1954 in Leipzig geborene und heute in Dresden lebende Autorin Jayne-Ann Igel.
Mit 20.000 Euro, die von der Sparkasse Hannover gestiftet werden, ist der Hölty-Preis für Lyrik der höchstdotierte Lyrikpreis im deutschsprachigen Raum. Er wird seit 2008 im Zwei-Jahres-Rhythmus von der Stadt und der Sparkasse Hannover verliehen. Die Preisverleihung findet am 2. Dezember dieses Jahres im Sprengel Museum Hannover statt.
Die diesjährige Preisträgerin Jayne-Ann Igel wurde 1954 in Leipzig geboren. Sie absolvierte eine Ausbildung im Bereich wissenschaftliche Bibliotheken in Leipzig und war anschließend in der Deutschen Bücherei Leipzig und im Buchhandel tätig. Von 1978 bis 1982 studierte sie Theologie, jedoch ohne Abschluss. Sie arbeitete bis Ende der 1980er-Jahre im Gesundheitswesen und ist seitdem freischaffend. Igels literarischer Weg begann im Untergrund der späten DDR mit selbstverlegten Graphik-Gedichte-Mappen und Zeitschriften, seit den 1990er-Jahren prägt sie die Lyrik auch als Lektorin und Herausgeberin.
Zuletzt erschien ihr Gedichtband wolken hinterm rollo (Gutleut Verlag, 2024).
Aus der Jurybegründung:
„… Ihr sich über vier Jahrzehnte hinweg erstreckendes Werk überzeugte die Jury 2026 durch ein poetisches Sprechen, das seine Schärfe gerade aus Zurücknahme gewinnt und das in der deutschsprachigen Lyrik einen unverwechselbaren Ort behauptet.
Der Büchner-Preisträger Wolfgang Hilbig beschrieb ihre Dichtung als ‘lautlos geflüstert‘. Herkunft, Landschaft und Geschichte werden nicht erzählt, sondern in fließender Syntax aufgewogen, in der das Ich fluide und vergänglich bleibt. Igels Gedichte verharren nicht beim Beschriebenen, sondern befragen selbst Vokale und Konsonanten, das Material, aus dem sie bestehen. Das Buchstabieren wird zu einem Sich-Verlieren ins Ferne, „das leben ist explosiv, explosiver als ein gedrungener vers oder die sprachlosigkeit von konsonanten“, schreibt sie mit lakonischem Witz.
Mit nachdrücklicher Beharrlichkeit und ruhigen, entschleunigten Suchbewegungen fährt Jayne-Ann Igel immer wieder die Konturen einer menschlichen Existenz ab, die ihre Sprache nicht als vorhanden nimmt, sondern sie sich erst aus genauen Beobachtungen und Nachsinnen erschafft.
So entsteht eine Dichtung der Schwellen und Übergänge: hochsensibel, melancholisch und von analytischer Genauigkeit. Mit dem Hölty-Preis wird ein Lebenswerk gewürdigt, das die Sprache nie für selbstverständlich nimmt und ihr gerade darin neue Räume eröffnet.“
Die Jurymitglieder
- Kathrin Dittmer, Leitung Literaturhaus Hannover
- Dr. Maren Jäger, Literaturwissenschaftlerin und -kritikerin
- Cornelia Jentzsch, Literaturkritikerin
- Alexandru Buluz, Lyriker, Literaturkritiker, Übersetzer und Hölty-Preisträger 2024
- Ernest Wichner, Autor, Literaturkritiker, Übersetzer und Herausgeber
Die bisherigen Hölty-Preisträger*innen:
- Thomas Rosenlöcher (2008)
- Paulus Böhmer (2010)
- Christian Lehnert (2012)
- Silke Scheuermann (2014)
- Christoph Meckel (2016)
- Norbert Hummelt (2018)
- Marion Poschmann (2020)
- Ulrich Koch (2022)
- Alexandru Bulucz (2024)
Zum „Hölty-Preis für Lyrik der Landeshauptstadt und der Sparkasse Hannover“
Die literarische Bedeutung seines Namensgebers Hölty steht für die enge Verbindung des Preises mit Stadt und Region. Ludwig Christoph Heinrich Hölty (geboren am 21. Dezember 1748 im Kloster Mariensee bei Hannover, gestorben am 1. September 1776 in Hannover) ist von seinem künstlerischen Rang her einer der bedeutendsten deutschen Lyriker. Die Bedeutung beruht vor allem auf der Formenvielfalt, Eigenständigkeit und Stimmungs-Eindringlichkeit seiner etwa 140 Gedichte. Hölty ist neben den Brüdern Schlegel, Karl Philipp Moritz, Carl Sternheim und Kurt Schwitters der wichtigste mit der Stadt und der Region verbundene Dichter. Er verbrachte seine Kindheit und Schulzeit im Dorf Mariensee und die letzten Lebensjahre in Hannover, wo er, erst 28-jährig, 1776 starb.
Die bedeutende Auszeichnung wird an eine*n lebende*n deutschsprachige*n Lyriker*in für ein lyrisches Gesamtwerk oder eine einzelne Veröffentlichung vergeben.
Nicht zur Veröffentlichung:
Für Nachfragen zu Jayne-Ann Igel steht der Programmverantwortliche vom Gans Verlag, Alexander Kappe, unter der Telefonnummer 0178 1379910 zur Verfügung.
Gans Verlag | Ulrich Leinz | Heinrich-Heine-Str. 36 | 10179 Berlin | www.gansverlag.de
Im Anhang dieser Meldung finden Sie zwei Fotos der Preisträgerin.
Anhänge
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Jayne-Ann Igel
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