Pressemeldung der Landeshauptstadt Hannover
- 22.06.2026
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Für bessere Zukunftsaussichten des Ihme-Zentrums: Stadt unterstützt Anfechtung der Grundschuld von Ulrich Marseille
Die Landeshauptstadt Hannover stellt dem Insolvenzverwalter des Ihme-Zentrums ein sogenanntes Massedarlehen von bis zu einer Million Euro zur Verfügung. Hiermit sollen die aus Sicht der Landeshauptstadt unrechtmäßigen Grundschulden von Ulrich Marseille angefochten werden. Ein Erfolg des Klageverfahrens würde die Aussichten deutlich verbessern, Forderungen der Landeshauptstadt an den insolventen Großeigentümer im Ihme-Zentrum realisieren zu können und gleichzeitig die Zukunftsaussichten des Ihme-Zentrums deutlich verbessern.
Die kommenden Monate sind richtungsweisend für die Zukunft des Ihme-Zentrums. Das Insolvenzverfahren der PIZ, die dem früheren Investor Lars Windhorst gehört, ist überschattet von zwei Grundschulden des Immobilienunternehmers Ulrich Marseille von zusammen 290 Millionen Euro. Die Grundschulden auf dem Ihme-Zentrum sind vermutlich Teil von spekulativen Anleihegeschäften von Lars Windhorst. Gegen Ulrich Marseille sind bereits im Zusammenhang mit dem Wallkino in Oldenburg und dem früheren Hotel Lunik in Eisenhüttenstadt, die ebenfalls in seinem Besitz sind oder waren, Spekulationsvorwürfe geäußert worden.
Die Landeshauptstadt, die selbst Ansprüche in dem Insolvenzverfahren hat, zweifelt die Rechtmäßigkeit dieser Grundschuld an. Der Gläubigerausschuss hat am 12. Juni 2026 den Insolvenzverwalter Dr. Malte Köster damit beauftragt, die Grundschuld auf dem Klagewege anzufechten. Um dieses Verfahren finanzieren zu können, stellt die Landeshauptstadt dem Insolvenzverwalter ein Darlehen von maximal einer Million Euro zur Verfügung. Ob dieser Rahmen ausgeschöpft wird, entscheidet sich, wenn das zuständige Gericht den realen Streitwert festlegt.
Hier zur Oberbürgermeister Belit Onay: „Eine Grundschuld in Höhe von 290 Millionen Euro auf dem Ihme-Zentrum ist absurd und nur mit buchhalterischen Taschenspielertricks zwischen Ulrich Marseille und Lars Windhorst zu erklären. Als Stadt werden wir uns den Interessen dieser Finanzjongleure nicht unterwerfen. Ich bin froh, dass die Ratspolitik das Vorhaben mit breiter Mehrheit unterstützt. Unsere klare Botschaft lautet: Spekulanten sind in Hannover nicht willkommen.“
Der Kämmerer und Erste Stadtrat Axel von der Ohe führt aus: „Die immens hohe Grundschuld wirkt wie ein Totalstopp für das Ihme Zentrum, da sie massiv über dem Verkehrswert des gesamten Objektes liegt. Wenn in Folge einer erfolgreichen Anfechtung der Grundschuld ein leistungsfähiger Eigentümer der PIZ-Anteile gewonnen werden kann, würde das eine ersehnte Perspektive für das Ihme Zentrum bringen können.“ Er ergänzt weiter: „Die Chancen die sich aus diesem Vorgehen ergeben, rechtfertigen diese Investition, insbesondere da die Risiken des Massekredites für die Stadt dadurch beherrschbar sind und auch durch die rechtliche Rangordnung des Massekredits ein Ausfall unwahrscheinlich ist.“
Dr. Malte Köster, als Insolvenzverwalter im Verfahrenskomplex „Ihme-Zentrum“: „In den zurückliegenden Monaten haben wir intensiv daran gearbeitet, dass wieder pragmatisch über Sachfragen gesprochen wird. Wir begrüßen es, dass sich die Landeshauptstadt Hannover nunmehr bereit erklärt hat, den Prozess zur gerichtlichen Klärung von möglichen Anfechtungsansprüchen zu finanzieren. Den eingeschlagenen Weg werden wir kontinuierlich weiterverfolgen, um die offenen Fragen und hochkomplexen Problemstellungen beim Ihme-Zentrum zu klären.“
Eine entsprechende Drucksache wird die Stadtverwaltung diese Woche einbringen und soll am kommenden Donnerstag (25. Juni 2026) im Verwaltungsausschuss und Rat der Landeshauptstadt behandelt werden.

