Pressemeldung der Landeshauptstadt Hannover
- 29.06.2026
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Brand an der Grundschule Beuthener Straße: Stadt Hannover stellt Planung für Interimsstandort Erythropelstraße vor
Die Landeshauptstadt Hannover hat die Weichen für die Zukunft der Grundschule Beuthener Straße gestellt: Nach dem verheerenden Brand am 29. November 2025 stellt die Verwaltung die Planungen für den Interimsstandort an der Erythropelstraße vor. Gleichzeitig konnte das Vergabeverfahren für die Errichtung der Modulanlage erfolgreich abgeschlossen werden. Damit ist ein entscheidender Meilenstein erreicht, um die Schule ab dem Schuljahr 2027/28 wieder vollständig im Stadtbezirk Döhren-Wülfel unterbringen zu können.
„Der Brand der Grundschule Beuthener Straße war für die Schülerinnen und Schüler, ihre Familien und das Kollegium ein schwerer Einschnitt. Umso wichtiger ist es, dass wir heute eine konkrete und verlässliche Perspektive aufzeigen können“, sagt Oberbürgermeister Belit Onay. „Mit dem Interimsstandort sorgen wir dafür, dass die Kinder wieder gemeinsam in ihrem Stadtteil lernen können. Gleichzeitig schaffen wir die Grundlage für eine umfassend modernisierte und zukunftsfähige Grundschule.“
Schnelle Lösungen nach dem Brand
Der Brand zerstörte die zentrale Aula sowie angrenzende Sanitärbereiche und Flure vollständig. Die Schäden waren so erheblich, dass ein regulärer Schulbetrieb am bisherigen Standort für mehrere Jahre ausgeschlossen werden musste.
Für die betroffenen Schülerinnen und Schüler konnten unmittelbar nach dem Brand tragfähige Übergangslösungen geschaffen werden. Die Schule wurde an der Käthe-Paulus-Schule aufgenommen. Diese Lösung wird auch im Schuljahr 2026/27 fortgeführt. Aufgrund steigender Schülerzahlen an der Käthe-Paulus-Schule wird der erste Jahrgang vorübergehend an der Grundschule am Kronsberg unterrichtet. Ein Bustransfer stellt die Erreichbarkeit beider Standorte sicher.
„Unser wichtigstes Ziel war und ist es, für die Kinder und ihre Familien auch in dieser herausfordernden Situation ein verlässliches und stabiles Bildungsangebot sicherzustellen“, betont Bildungsdezernentin Eva Bender. „Dank des außergewöhnlichen Engagements und der engen Zusammenarbeit aller Beteiligten konnten wir unmittelbar nach dem Brand tragfähige Übergangslösungen organisieren. Mit dem Interimsstandort schaffen wir nun die Voraussetzung dafür, dass die gesamte Schulgemeinschaft wieder an einem Standort im Stadtbezirk zusammenkommen kann.“
Interimsstandort an der Erythropelstraße
Für die Dauer der Sanierungs- und Erweiterungsarbeiten wird die Schule an den Interimsstandort Erythropelstraße verlagert. Das Grundstück liegt nur rund zehn Gehminuten vom bisherigen Schulstandort entfernt.
Geplant ist eine dreigeschossige Modulanlage für eine vierzügige Ganztagsgrundschule. Die Investitionskosten belaufen sich auf rund 25 Millionen Euro. Das Raumprogramm umfasst unter anderem Unterrichtsbereiche für alle Jahrgänge, Differenzierungs- und Freizeitflächen, eine Mensa, Fachunterrichtsräume, eine Schülerbibliothek sowie Verwaltungsbereiche.
Aus Platzgründen können in der Übergangslösung weder eine Aula noch eine eigene Sporthalle realisiert werden. Der Sportunterricht wird daher weiterhin teilweise am bisherigen Standort sowie in umliegenden Sporthallen stattfinden.
„Das Gebäudemanagement hat hier wieder einmal hervorragende Arbeit geleistet. Innerhalb weniger Monate wurde eine Planung erstellt, die kurzfristig greift. Mit der nun vergebenen Modulanlage schaffen wir in sehr kurzer Zeit einen vollwertigen Schulstandort für eine vierzügige Ganztagsgrundschule“, erklärt Stadtbaurat Thomas Vielhaber. „Die 3D-Modulbauweise ermöglicht es, große Teile des Gebäudes bereits im Werk vorzufertigen und die Bauzeit vor Ort erheblich zu verkürzen.“
Auf der vorbereiteten Bodenplatte werden die Module innerhalb weniger Wochen montiert und zu einem vollständigen Schulgebäude zusammengefügt. Bereits nach dieser Bauphase steht ein weitgehend fertiger Rohbau mit Fenstern, Türen und Dachkonstruktion. Die anschließenden Ausbauarbeiten erfolgen konventionell vor Ort.
Sanierung und Erweiterung des Stammstandorts
Parallel zur Interimslösung laufen die Planungen für die umfassende Sanierung und Erweiterung der denkmalgeschützten Grundschule Beuthener Straße mit höchster Priorität. Aufgrund des bereits vor dem Brand bestehenden Sanierungsbedarfs wird die notwendige Gesamtsanierung vorgezogen.
Geplant ist eine zukunftsorientierte Weiterentwicklung des Standorts. Dazu zählen die dauerhafte Auslegung auf eine vierzügige Grundschule, zusätzliche Unterrichts- und Differenzierungsräume, eine verbesserte Ganztagsinfrastruktur, Barrierefreiheit sowie zusätzliche Sportkapazitäten. Darüber hinaus sollen Aula, Mensa und zentrale Schulbereiche vollständig neu organisiert werden.
Die Rückkehr an den modernisierten Stammstandort ist nach aktuellem Planungsstand für das Schuljahr 2031/32 vorgesehen.
Projekt mit hoher Priorität
Die Maßnahme wird innerhalb der Stadtverwaltung mit höchster Priorität vorangetrieben. Innerhalb weniger Monate nach dem Brand konnten die Finanzierung gesichert, die politischen Beschlüsse vorbereitet und das Vergabeverfahren erfolgreich abgeschlossen werden. Bereits seit dem Frühjahr laufen vorbereitende Arbeiten auf dem Grundstück an der Erythropelstraße, insbesondere zur Herrichtung des Baugrunds.
In den kommenden Wochen soll der Bauantrag eingereicht werden. Noch im Herbst sollen die vorbereitenden Hochbaumaßnahmen beginnen. Die Modulmontage ist für Ende 2026 vorgesehen.
„Dieses Projekt genießt höchste Priorität“, betont Oberbürgermeister Belit Onay. „Wir investieren nicht nur in eine schnelle Lösung für die betroffenen Kinder, sondern in die langfristige Zukunft des Schulstandorts und des gesamten Stadtbezirks.“
Auch über die Nutzung durch die Grundschule Beuthener Straße hinaus wird die Modulanlage einen langfristigen Beitrag zur Schulentwicklung leisten. Nach dem Auszug der Schule soll sie künftig weiteren Schulen während Sanierungsmaßnahmen als Ausweichquartier dienen.
„Damit schaffen wir eine Infrastruktur, die weit über dieses einzelne Projekt hinauswirkt“, sagt Stadtbaurat Thomas Vielhaber. „Die Modulanlage wird auch künftige Schulbau- und Sanierungsprojekte unterstützen und trägt so zur Beschleunigung wichtiger Investitionen in die Bildungslandschaft Hannovers bei.“
Termine
- Bauantrag 07/2026
- Beginn Bauarbeiten, Baustelleneinrichtung, Medien, Baugrund 09/2026
- Modulmontage ab Ende 10/2026
- Richtfest 12/2026
- Ab 12/2026 Fassade, Innenausbau, etc.
- Schlussabnahme und Übergabe Anfang 08/2027
- Schulbeginn 18.08.2027

