Pressemeldung der Landeshauptstadt Hannover
- 29.06.2026
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Die Wasserbüffel sind da
Auf der „Großen Koppel“ in Herrenhausen, einem Landschaftsschutzgebiet zwischen Leine und Ernst-August-Kanal sind heute Vormittag (Montag, 29. Juni) vier Wasserbüffel eingezogen. Weitere Tiere werden in den kommenden Tagen noch folgen.
Die sogenannte „Große Koppel“ ist eine Historische Weidelandschaft. Ehemals weideten hier auf 15 ha die königlichen Pferde aus Herrenhausen. Die Koppelstrukturen von damals sind immer noch erkennbar in Form von Baumreihen.
Sie liegt heute im Landschaftsschutzgebiet und Flora-Fauna-Habitat-Gebiet „Leineaue zwischen Hannover und Stöckendrebber“. Ein wichtiges Ziel in diesem Gebiet ist die Entwicklung einer naturnahen und dynamischen Aue mit den typischen Tier- und Pflanzenarten.
Bei der Vorstellung im Rahmen eines Pressetermins zeigte sich Oberbürgermeister Belit Onay erfreut und hob besonders die Zielsetzung hervor: „Es ist ein bislang einzigartiges Projekt, die Landeshauptstadt Hannover setzt erstmals Wasserbüffel zur Pflege eines innerstädtischen Landschaftsschutzgebietes ein. Das ist für eine Großstadt ziemlich ungewöhnlich, zeigt aber, dass der Einsatz für Biodiversität und Landschaftsschutz auch in überwiegend urbanen Räumen möglich ist. Die robusten Tiere sollen für mehr Artenvielfalt sorgen und eine wertvolle Auenlandschaft zwischen Westschnellweg und den Herrenhäuser Gärten ökologisch weiterentwickeln. Umweltschutz und Erhaltung der Natur sind uns ein wichtiges Anliegen“.
Entwicklung des Projektes
Eine Begutachtung des Grünlands auf der „Großen Koppel“ ergab eine wenig artenreiche Zusammensetzung und nur eine geringe Strukturvielfalt.
Deshalb entstand die Idee, die bislang ausschließlich gemähte Fläche beweiden zu lassen. Auf Grund der Lage in der Leineaue mit wechselnden Wasserständen boten sich Wasserbüffel als Weidetiere an und die Zusammenarbeit mit einem Pächter, der auch schon anderenorts Erfahrung mit solchen Tieren gesammelt hat, entstand.
Damit eine Beweidung mit Wasserbüffeln möglich ist, wird mindestens ein kleineres Gewässer auf der Weide benötigt, zudem eine sichere Einzäunung. Diese essenziellen Maßnahmen wurden zwischen Oktober 2025 und Juni 2026 durch den Forstbetrieb des Fachbereiches Umwelt und Stadtgrün der Landeshauptstadt Hannover (LHH) und dem Pächter umgesetzt.
Die Finanzierung erfolgte zum Teil aus Eigenmitteln der LHH, die Anlage der Gewässer wurde mit dem Sparkassenbrief N+ durch die Sparkasse Hannover gefördert.
Solche Flächen haben nicht nur eine große Bedeutung für die Landwirtschaft, sondern auch für den Erhalt der Biodiversität und den Klima- und Hochwasserschutz.
Die LHH übernimmt Verantwortung als Flächeneigentümerin und hat sich inhaltliche Ziele z.B. im Agrikulturprogramm, in der Biodiversitätsstrategie „Mehr Natur in der Stadt“ oder in der Deklaration zum Insektenbündnis Hannover gesteckt.
Die Pflege und Unterhaltung der Grünland-Flächen in den Landschaftsräumen wird maßgeblich durch das Sachgebiet Landschaftsräume und Naturschutz im Fachbereich Umwelt und Stadtgrün gesteuert.
Hintergrundinformation: Wasserbüffel als Landschaftspfleger
Je nach Standort eignen sich unterschiedliche Weidetiere besser oder schlechter für eine Beweidung. Insbesondere auf feuchten oder nassen Böden bieten Wasserbüffel einige Vorteile gegenüber „klassischen“ Rinderrassen. Sie sind an diese Standorte angepasst (z.B. breite Klauen) und unempfindlich gegenüber Nässe.
Es sind robuste Tiere, die auch weniger gehaltvolles Futter wie Schilf und andere Röhrichtvegetation gut verwerten können. Auch Gehölze werden gern verbissen. Wasserbüffel suhlen sich gern in Gewässern oder an feuchten Bodenstellen und halten dadurch die Gewässer offen und schaffen neue Kleinstgewässer.
Wasserbüffel sind weltweit als „Landschaftspfleger auf vier Beinen“ bekannt. Sie halten Feuchtflächen offen, fressen Gehölz- und Schilfaufwuchs zurück und schaffen durch Trittspuren und Suhlen eine Strukturvielfalt, die vielen Arten zugutekommt. Offene Bodenstellen, kleine Wasserzonen und lückige Vegetation bieten vor allem Amphibien, Insekten und für bodenbrütende Vögel ideale Bedingungen. Weil die Tiere auch in sumpfigem Gelände problemlos unterwegs sind, entstehen Mikrohabitate, die herkömmliche Weidetiere nicht erreichen. Ihre hohe Toleranz gegenüber Hitze und Nässe macht sie zu idealen Partnern für naturnahe Pflege im Klimawandel.
Fotos: Marie-Kristin Rheinländer, Landeshauptstadt Hannover
Hinweis für Medien: Sollten Sie weiteren Bedarf an Film- oder Fotomaterial haben, nehmen Sie bitte Kontakt mit der Pressestelle auf.
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