Pressemeldung der Landeshauptstadt Hannover
- 20.07.2026
-
-
Bewusst angelegt statt ungepflegt - Blühwiesen in Hannover
200 Hektar für mehr Biodiversität
Wildbienen, Schmetterlinge und viele weitere Insektenarten finden in Städten zunehmend wichtige Rückzugsräume. Mit einem großen Angebot an Habitaten und Nahrungsquellen leistet die Landeshauptstadt Hannover einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt.
Naturnahe Pflegemaßnahmen sind inzwischen ein fester Bestandteil in der städtischen Grünflächenunterhaltung. Was auf einzelnen Projektflächen begonnen hat, ist nun gängige Praxis im gesamten Stadtgebiet. Bereits auf über 200 Hektar (etwa 17 % der Grünflächen) können Pflanzen blühen und Samen bilden. So entsteht eine bedeutungsvolle Lebensgrundlage für viele Tierarten.
Auf einem Großteil der dafür vorgesehenen Flächen wird der Pflegeeingriff bewusst geringgehalten. Die Vegetation soll sich auf natürlichem Weg und möglichst ungestört entwickeln. Eine weitere Maßnahme ist das Ausbringen von Saatgut. Dafür wird die bestehende Vegetation auf ausgewählten Flächen entfernt und anschließend regiozertifiziertes Saatgut der „Hannovermischung“ ausgesät. So können gezielt Pflanzen etabliert werden, die insbesondere auch den heimischen Insekten zugutekommen. Beispiele hierfür finden sich im Stadtteilpark Sahlkamp auf einer Fläche von 19.400 qm, vor dem Hannover 96 Stadion auf 17.000 qm oder in der Grünverbindung Culemannstraße auf 1.630 qm. Erwähnenswert sind auch die Grünfläche vor der Ludwig-Windthorst-Schule (Südstadt) mit 170 qm und die Blühfläche bzw. der Theodor-Heuss-Platz vor dem Hannover Congress Centrum (HCC) mit 2.890 qm.
Für eine möglichst hohe Strukturvielfalt werden Teilflächen bis zu zweimal im Jahr mosaikartig gemäht. Zudem werden Bestände über den Winter stehen gelassen, um Insekten ein Überwinterungsquartier und Möglichkeiten zur Eiablage zu bieten. Dieser manchmal „unordentlich“ aussehende Bewuchs mit wenigen Blüten ist dementsprechend ein erforderliches Pflegeziel.
Neben der ökologischen Aufwertung bleibt die Erholungsfunktion der Grünflächen erhalten. Rasenflächen für Freizeit und Sport bestehen auch weiterhin, während andere Bereiche als wertvolle Lebensräume für Pflanzen und Tiere entwickelt werden. Darüber hinaus tragen naturnahe Grünflächen zur Verbesserung des Mikroklimas bei und erhöhen die Strukturvielfalt des Stadtbildes. Davon profitieren sowohl die Natur als auch die Einwohner*innen der Landeshauptstadt.
Beispielfotos: Landeshauptstadt Hannover
Anhänge
-
Blühfläche am Stadion
-
Blühfläche Stadtteilpark Sahlkamp
-
Blühfläche Culemannstraße
-
Blühfläche am HCC

