Pressemeldung der Landeshauptstadt Hannover
- 20.08.2026
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Hannover setzt Unterstützung für Mykolajiw fort: Fünf kommunale Fahrzeuge auf dem Weg in die Ukraine
- Übergabe vor dem Neuen Rathaus
- Städtepartnerschaft: Es geht um Bevölkerungsschutz, Versorgung und Wiederaufbau
Die Landeshauptstadt Hannover setzt ihre Unterstützung für die von russischen Angriffen aktuell wieder schwer betroffene ukrainische Stadt Mykolajiw fort. Eine weitere bedeutende Hilfslieferung ist auf dem Weg in die Partnerstadt: Fünf Kleinbusse werden künftig in Mykolajiw zum Einsatz kommen.
Wer organisiert die Überführung?Das Büro für Internationale Angelegenheiten der Stadt Hannover koordiniert die Solidaritätspartnerschaft mit Mykolajiw und arbeitet dabei mit dem Blau-Gelben Kreuz Deutsch-Ukrainischer Verein (Köln) zusammen.
Oberbürgermeister Belit Onay und Finanz-, Ordnungs- und Feuerwehrdezernent Axel von der Ohe übergaben die Fahrzeuge vor dem Neuen Rathaus in Hannover an Mitglieder des Blau-Gelben Kreuzes, darunter die Vorstandsvorsitzende Linda Mai.
Um welche Fahrzeuge handelt es sich?Die fünf aus Hannover stammenden Mannschaftswagen sind von der städtischen Feuerwehr ausgesondert worden. Zusammen haben sie einen Restwert von 26.000 Euro. Für die Zollabwicklung, den Transport sowie die technische Vorbereitung der Fahrzeuge entstanden weitere Kosten von rund 7.000 Euro.
Wozu braucht die Stadt Mykolajiw die Fahrzeuge?Die Stadt Mykolajiw wird die Fahrzeuge für unterschiedliche Zwecke einsetzen. Dazu gehört insbesondere der Einsatz spezialisierter Teams, die in Notfällen wie Angriffen oder Unwettern schnell reagieren müssen. Die Kleinbusse transportieren Mitarbeitende, Ausrüstung, Werkzeug und Material an Orte, an denen Notfallreparaturen und Instandhaltungsarbeiten an der kommunalen Infrastruktur notwendig sind. Mykolajiw wird die Kleinbusse auch für den Transport streunender und verwilderter Haustiere sowie die Sammlung von Hausmüll einsetzen. Darüber hinaus sollen sie junge Sportler*innen zu Wettkämpfen bringen.
Was sagt Oberbürgermeister Belit Onay dazu?„Hannover steht an der Seite von Mykolajiw – und zwar nicht nur mit Worten, sondern ganz konkret. Mit den fünf Fahrzeugen leisten wir gerade jetzt, wo die Stadt wieder vermehrt unter Angriffen und Zerstörung leidet, einen weiteren Beitrag dazu, dass wichtige kommunale Aufgaben auch unter den schwierigen Bedingungen des russischen Angriffskrieges aufrechterhalten werden können. Unsere Solidaritätspartnerschaft ist lebendig und wächst weiter: Wir helfen, wo Hilfe gebraucht wird, und wir lernen zugleich voneinander. Gerade mit Blick auf den Wiederaufbau der Ukraine und der aktuellen Weltlage ist dieser Austausch von Erfahrungen und Fachwissen von großer Bedeutung.“
Was sagt Feuerwehrdezernent Axel von der Ohe dazu?„Die Fahrzeuge sind für den Feuerwehr-Einsatz in Hannover ausgemustert, können in Mykolajiw aber noch wertvolle Dienste leisten. Es ist sinnvoll und solidarisch, vorhandene Ressourcen weiterzugeben, wenn sie andernorts dringend gebraucht werden. Ich freue mich, dass wir mit fünf Mannschaftswagen einen konkreten Beitrag für die Stadtverwaltung und die Bevölkerung in unserer ukrainischen Partnerstadt leisten können. Den Fahrerinnen und Fahrern des Konvois wünschen wir eine sichere Reise und eine gute Ankunft in Mykolajiw.“
Was sagt Mykolajiws Bürgermeister dazu?„In Zeiten ständiger Herausforderungen und begrenzter Ressourcen ist eine solche Unterstützung von besonderer Bedeutung, da sie unmittelbar zur Aufrechterhaltung kommunaler Dienstleistungen für die der Einwohner*innen beiträgt. Wir wissen es sehr zu schätzen, dass unser Partner genau die Ausrüstung beistellt, die wir tatsächlich benötigen, und dass diese unmittelbar nach der Lieferung einsatzbereit ist. Mein aufrichtiger Dank gilt der Stadt Hannover für ihre kontinuierliche Unterstützung, ihre Solidarität und ihr Verständnis für die Bedürfnisse der Stadt Mykolajiw“ sagt der Bürgermeister Mykolajiws, Oleksandr Syenkevych.
- Ende der Pressemitteilung -
Bildunterschriften für anliegende Fotos:
Foto 1:
Die Landeshauptstadt Hannover stellt der ukrainischen Partnerstadt Mykolajiw weitere Fahrzeuge zur Verfügung: Fünf Feuerwehr-Mannschaftswagen wurden jetzt auf die Reise in die Ukraine geschickt. Auf dem Foto (v.l.) Borys Drohomyretski, Vizekonsul der Ukraine in Hamburg, Belit Onay, Oberbürgermeister, Linda Mai, Vorsitzende des Blau-Gelben Kreuzes, sowie Axel von der Ohe, Finanz-, Ordnungs- und Feuerwehrdezernent. Foto: LHH/StaufenbielFoto 2:
Übergabe von Fahrzeugen für Mykoljaiw vor dem Neuen Rathaus in Hannover - mit Oberbürgermeister Belit Onay (3.v.l.), dem Ersten Stadtrat Axel von der Ohe (4.v.l.), Mitgliedern des Vereins Blau-Gelbes Kreuz und Vertreter*innen der Kommunalpolitik. Foto: LHHFoto 3:
Die Fahrzeuge aus Hannover werden in Mykolajiw für Notfalleinsätze und Transportaufgaben dringend benötigt. Foto: LHH / StaufenbielHintergrund-Info
Die Solidaritätspartnerschaft zwischen Hannover und Mykolajiw besteht bald vier Jahre – sie wurde am 15. September 2022 offiziell begründet. An diesem Tag unterzeichneten Oberbürgermeister Belit Onay und der Bürgermeister von Mykolajiw, Oleksandr Syenkevych, die entsprechende Kooperationsvereinbarung.
Der Rat der Landeshauptstadt Hannover hat im Mai vergangenen Jahres für die Kooperation mit Mykolajiw ein Budget von jeweils 75.000 Euro für die Jahre 2026, 2027 und 2028 beschlossen.
Gibt es regelmäßige Hilfe für Mykolajiw?
Die Übergabe der fünf Kleinbusse ist Teil der regelmäßigen Unterstützung der Landeshauptstadt Hannover für Mykolajiw. Dabei arbeitet die Stadt eng mit Kooperationspartnern und Akteur*innen der Zivilgesellschaft in Hannover und darüber hinaus zusammen.
Erst im Juni hatte die Landeshauptstadt eine Hilfslieferung für Mykolajiw organisiert. Bestandteil des Transports war unter anderem ein vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) finanziertes Fahrzeug: ein Minibus mit Rollstuhlrampe.
Im Herbst wird die Landeshauptstadt vom BMZ ein weiteres Fahrzeug für Mykolajiw erhalten. Dabei handelt es sich um einen Wagen mit Doppelkabine und Werkzeugausstattung. Die vom BMZ bereitgestellten Fahrzeuge haben jeweils einen Wert von rund 50.000 Euro.
Gibt es weitere Unterstützer*innen?
Aus der Solidaritätspartnerschaft ist ein breit gefächertes Netzwerk der Zusammenarbeit entstanden: von Schulpartnerschaften über wirtschaftliche Kontakte bis hin zu individuellen Hilfsinitiativen und Projekten verschiedener Organisationen der Zivilgesellschaft.
Auch ganz aktuell engagiert sich der hannoversche Energieversorger Enercity für Mykolajiw. Im Rahmen eines vom BMZ finanzierten Projektes unterstützt das Unternehmen die immer noch provisorische Trinkwasseraufbereitung, sowie den Wiederaufbau der Wasserversorgung in der ukrainischen Stadt. Dafür stellt Enercity technisches Material – unter anderem Filter, Reinigungsmittel und Pumpen – zur Verfügung, das notwendig ist, um Trinkwasser aufzubereiten. Die Lieferung soll noch im August in Mykolajiw eintreffen.
Auf Wunsch des kommunalen Wasserunternehmens Mykolajiws hat Enercity außerdem dringend benötigtes Spezialgerät für die Verlegung neuer Wasserrohre in Mykolajiw beschafft. Viele Leitungen sind marode und müssen dringend ausgetauscht werden.
Die Landeshauptstadt Hannover und Enercity erhalten von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) eine finanzielle Förderung zur Beschaffung und Transport von Hilfsmaterialen nach Mykolajiw.
Beschränkt sich die Kooperation der Städte auf Hilfslieferungen?
Die Hilfslieferungen von Fahrzeugen, technischem Gerät oder Medizinmaterial aus Hannover bilden nur einen Teil der Kooperation mit Mykolajiw. An Bedeutung gewinnt der Austausch von Erfahrungen und Fachwissen – insbesondere mit Blick auf den Wiederaufbau der Ukraine.
Zu den aktuellen Aktivitäten gehört ein durch das BMZ gefördertes Projekt im Bereich Jugendpolitik und Jugendbeteiligung, das im Mai gestartet ist. Darüber hinaus unterstützt Hannover gemeinsam mit dem kommunalen Wohnungsbauunternehmen Hanova den Aufbau eines kommunalen Wohnungsunternehmens in Mykolajiw. Das ist eine Kooperation mit Vorreiterrolle sowohl in Deutschland als auch der Ukraine.
Anhänge
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